neuer alter Text (wiedergefunden)

Ich müsste hier echt mal was sortieren...aber nicht jetzt *gähn*.

Das hier habe ich gerade wiedergefunden, war letztes Schuljahr eine Hausarbeit für Ethik, vielleicht kann der eine oder andere dem was abgewinnen:

 

 

Hört her, was ich zu berichten hab,

weil mein Ethiklehrer es uns als Hausarbeit aufgab,

die Aufgab'? – eine Biographie unserer Schullaufbahn,

der Höhen und Tiefen und Abgründe, die sich aufgetan.

 

 

(Mittelpunktschule Oberer Hüttenberg: Grund-, Haupt- und Realschule mit Förderstufe. 1. – 4. Klasse)

Seit einem Jahr hatten mich sämtliche Verwandte gefragt,

"Und, freust Du dich schon auf die Schule?", und ich "Jaja." gesagt.

Dann kam das erste Schuljahr, und drei Dinge waren dafür prägend,

ich musste immer meinen Namen erklären und fand Freunde aus meiner Gegend.

Außerdem konnte ich schon Plus, Minus und lesen,

das heißt aber nicht, außer Spesen wäre nix gewesen,

denn man hat mir endlich gezeigt,

wie man N und S richtig herum schreibt,

und richtig um die Stange eines Recks herum greift,

wir haben uns die Texte von Sankt-Martins-Liedern einverleibt,

und sind an den ersten schlechten Lehrern gereift,

denn manche von ihnen haben zu Aggressivität geneigt.

In der dritten Klasse gab's zum ersten Male Noten,

für manche sogar Sechsen, denn Abschreiben ist verboten,

es gab mehr Themen – Mittelalter, Wetterau, Hessen waren Pflicht,

genauso wie Sexualkunde, all das nannte sich "Sachunterricht".

In dieser Grundschulzeit schnitt ich mit vielen Einsen und Zweien ab,

muss aber zugeben, dass ich nicht alles selbst gemacht hab,

den ollen Eierwärmer hatte meine Mutter gehäkelt,

und ich mich solange auf dem Sofa geräkelt.

(Weidig-Gymnasium Butzbach. 5. – 9. Klasse)

Dann Empfehlung für und Gang zum Gymnasium,

eine Stunde früher für den Bus aufstehen, aber sei es drum,

ich war zunächst begeistert über die Schülerschaft,

die Hauptschüler an der MPS hatten mich geschafft,

aber Abstumpfung ließ nicht lange auf sich warten und,

nach zwei harmlosen Jahren nannte man uns "die dümmste Klasse" auf der Schülerversammlung.

In der Siebten wurde es langsam ungemütlich,

die ersten entdeckten Zigaretten und/oder Haschisch für sich,

Selbst Freunde, die vorher darüber den Kopf geschüttelt hatten,

sah ich in der Achten neben mir die Büchse voll mit Gras aufklappen.

Na ja, es war nicht alles so negativ, wie es jetzt klingt,

ich sah, was die Beherrschung von Zinsrechnung bringt,

hielt Lineare Funktionen für unglaublich schwer,

und amüsierte mich in Erdkunde sehr,

in Deutsch bewarfen wir uns mit Radiergummis, Spitzern und Stiften,

und wenn die Pausenaufsicht zur Schneeballschlacht kam gingen wir stiften.

Aber außerhalb der Unterrichtszeit entfernte ich mich von den Leuten,

denn die hingen nur rauchend rum vor leeren Gebäuden.

Dann kam die neunte Klasse, die Schüler wurden durchgemischt,

und es war ungewollt, doch zum ersten Mal verliebte ich mich,

was sich als unpraktisch erwies,

da meine Familie bald darauf den Ort verließ,

was mich zum Schulwechsel zwang.

(Christian-Wirth-Schule Usingen(Gymnasium). 9. –10. Klasse)

So kam es also im Hintertaunus zum Neuanfang.

Und ich merkte schnell, die Schule war nicht nach meinem Geschmack,

hielt sich für die Elite, aber 80% der Lehrer hatten einen Knack,

nur drei Freunde auf dieser Schule, und nicht mal in meiner Klasse,

und einer auf der Hauptschule, das war die ganze Masse.

Aus Unlust kam ich in den meisten Fächern von Zwei auf Vier,

und mir wurde klar – ich bleibe nicht hier.

Es war die Zeit, in der ich anfing, anti zu sein,

doch, ich bekam die Kurve, und stieg statt in Gebäude ins Theater ein.

Das Theater und meine Freunde ließen mich diese Schule überstehen,

nach der Zehnten war ich dann aber froh, zu gehen.

(Johann-Philipp-Reis-Schule Friedberg, Berufliche Schule des Wetteraukreises(Abteilung: Berufliches Gymnasium)

Ich hatte meinen Berufsweg gefunden; ich wollte zur Flugzeugelektronik,

und dafür eine Schule mit mehr in der Oberstufe, als nur bloße Physik.

Passend zum erneuten Umzug (nach Bad Nauheim),

trat ich in das berufliche Gymnasium der JPRS ein.

Als Leistungskurse Englisch und E-Technik/Maschinenbau

(nicht verwunderlich, in unserem Jahrgang gab es keine Frau),

und verstand mich mit allen, was konnte es schöneres geben?

Verglichen mit der CWS war es ein himmlisches Leben.

Auch die Noten wurden wieder besser,

ich hatte nur einen kleinen Aussetzer,

das war dummerweise das Abitur,

den ich erhielt in Deutsch und Geschichte nur

jeweils sieben Punkte, und war nur einmal zweistellig,

aber das schieb ich auf die Aufregung, meine eingebrachten Kurse waren königlich,

und mein gesamter Abiturschnitt liegt daher bei Zweikommaeins,

wir feierten auf dem Hessentag; kaum zu glauben, das Abi war meins!

Bei der Verabschiedung konnte ich noch das Publikum amüsieren,

da niemand eine hatte, konnte ich die Dankesrede improvisieren.

 

 

Zusammengefasst, in den dreizehn Jahren ging es auf und ab,

und ich bin froh, dass ich den Abschluss jetzt hab.

...

...

...

...und dennoch...ein klein wenig vermisse ich sie doch.

Zumindest die letzten drei Jahre und das Theater.

 

 

 - Luca Del Nero

 

 

21.4.10 19:46

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