Hommage an uns

Dieser Text ist eine Hommage an das niveau- und sinnlose aber trotzdem spaßhaltige Feiern mit meinen Arbeitskollegen.

 

Es ist wieder mal Geburtstagsfeier,
Zeit, dass ich nach Hattersheim eier’,
Denn dort treffe ich heute
die Partyleute, alles eine wilde Meute,
genau genommen, Arbeitskollegen,
die feiern härter, benehmen sich daneben.
Wie Steffen sagen würde, halligallidrecksauparty,
feuchtfröhlich, ungehemmt, und alles andere als artig.

Mit dem Vorglühen wartet man nicht lang,
und schon auf dem Hinweg fließt der erste Boonekamp.
Es gibt neunundneunzig gute Gründe, ihn zu trinken, warum wir’s tun, ist trotzdem unklar,
denn fünfundvierzig dieser Gründe schmecken einfach furchtbar.
Wir fahren in den Bahnhof ein,
springen raus, begrüßen Hattersheim,
machen uns auf den Weg und suchen das Feuerwehrhaus,
man erkennt es leicht, aus den Fenstern dringt schon Nebel raus.
Wir stürmen die Bude ohne Rücksicht auf Verluste,
Sascha hat das Bier kaltgestellt, weil er schon wusste,
dass Christopher und O’Gerwers kommen,
die sich freuen, wenn sie gleich kühles Bier bekommen.
Händeschütteln, Schulterklopfen, wir gratulieren dem Geburtstagskind,
weil wir ja seine Lieblingskollegen sind.
Wir sind etwas einfallslos, wir haben ein Primärziel,
und das heißt: wir wollen trinken, und zwar viel.
Bier, Vodka, Rum, Tequila reinkippen und ich strecke
es mit Wasser und Cola, denn sonst bleib ich gleich auf der Strecke.
Wir schmeißen Dartpfeile, und dreschen den Tischfußball an die Banden,
trinken weiter, geben auf und fangen an, zu tanzen.
Und Sascha, ganz der Alte,
legt Kohle auf die Sheesha von Malte,
doch während der Schlauch rumgeht
merke ich, wie sich mein Sichtfeld rumdreht.
Wenn der Sauerstoffmangel zuschlägt
wird’s Zeit, dass man sich hinlegt,
auf der Bank ausgestreckt den Schlauch fassen
und entspannt den Rauch steigen lassen.
Wenn ich hinten schon gleich Quager sehe,
mit Caipirinha in greifbarer Nähe,
weiß ich, dass der Spaß im Gange ist,
und bis zur letzten Bahn hoffentlich noch lange ist.

Unter den Blitzen des Stroboskop
Seh’ ich durch Kreise wie durch ein Teleskop.
Im Schwarzlicht leuchten weiße T-Shirts auf,
ich hab den Blick auf heißen Mädels drauf,
die hier den Arsch schwingen oder lautstark mitsingen,
und leider meistens ihren Freund schon mitbringen.
Wir jonglieren Tischfußbälle,
führen uns auf wie Pflegefälle,
und machen Krach vor allen andren Dingen,
wenn wir „Pudding mit Arsen“ singen.
In Suff-SMS investiere ich einiges Geld,
ich habe Freunde, denen so was gefällt.
Am nächsten Tag werde ich den Speicher prüfen müssen,
denn was ich hier schreibe hab ich dann wieder vergessen.
Diskutieren, Sachen schmeißen,
mit Azrael fiese Witze reißen.
Ich schau mich um, es schwappt perfekt,
ich nenne es „Digitalkamera-Effekt“,
wenn man den Kopf herumdreht,
und das Sichtfeld erst ’nen Moment danach geht.

Ich stolper’ vorwärts durch den Tunnelblick,
und seh’ am Ende des Tunnels ein Licht:
es hängt im Bad über dem Waschbecken.
Ich trink aus dem Hahn, während Leute an mich anecken.
Voll bis Oberkante Unterlippe
erbitte ich mir von Franzi eine Kippe,
nehm’ zwei Züge, weiß wieder, warum ich nicht rauche,
und verkünde, dass ich Suchtmittel nicht brauche.
Die Technobeats nehm’ ich nur noch am Rande wahr,
nach 12 ist die Wahrnehmung nicht mehr klar.
Und ich seh’ Markus, voll wie ’ne Haubitze,
er hält sich fest an der Lehne des Stuhls, auf dem ich sitze.
Doch er kann immer noch, und stößt an mit einem Knall:
„Mit Blut und Stahl – auf nach Valhall!“
Christopher schütt’ ich in sein Bier noch Schnaps -
sicher liegt er bald unterm Tisch und ratzt.
Aber noch schmeißt er fröhlich Kronkorken
und grölt Fangesänge mit seinen Konsorten.

Doch auch der vollste Abend findet mal ein Ende,
und ich schlag mich Richtung Bahnhof durch das Gelände,
kriech’ dort in die Bahn hinein,
und schlafe fast sofort ein.
Mit letzter Kraft kann ich noch mein Handy fassen,
Wecker stellen, um das Aussteigen nicht zu verpassen.
In Friedberg falle ich dann schließlich raus,
reiß’ mich zusammen und schleppe mich nach Haus,
zieh’ mich in mein Bett, und schlafe erstmal aus.
Mancher macht sich vielleicht noch Sorgen
über einen Kater am nächsten Morgen.
Dagegen hilft am Besten, wissen wir –
Meinen zumindest manche – ein Konterbier!

4.1.10 12:33

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