Oktober 2006 (kein Herbstmärchen)

Das hier stellt mitnichten meine aktuelle Gefühlslage dar, sondern ist eine originalgetreue Wiedergabe ebenjener zu besagtem Zeitpunkt.



Wer du auch bist, halt deinen Mund,
Mann, halt die Klappe, halt dein Maul, so mach ich jeden rund,
ob Freund oder Feind ist hier jeder gemeint,
in meiner Aggression wie sonst nur im Tode vereint.
Und seh ich dann in euer befremdetes Gesicht,
denke ich, nein, entschuldige, verzeih mir, das wollte ich nicht!
Ich will doch gar nicht zu Freunden so unfreundlich sein, und zur Familie so unfamiliär,
will doch den Kopf oben halten, aber es fällt mir außerordentlich schwer,
verdammte Scheiße, Mann, ich kenn die Art meines Todes,
ich werde Kopf nach unten über die Straße gehen, wenn die Ampel rot ist,
ha, und du sagtest, sag sowas nicht, das macht ja Angst,
oder ist es nur, dass du meine Laune nicht mehr ertragen kannst?!?
Was soll ich tun, die anderen verlassen sich auf mich,
wir müssen es zu Ende bringen und persönliche Probleme zählen nicht,
ich habe zugesagt, ich dachte, es würde schon gehen,
es war ein großer Fehler, das hab ich zu spät eingesehen,
und weigerst du dich, zu verstehen,
wie weh es tut, dich dort zu sehen?
Wie du mit allen redest wie immer, nur einem nicht, und das bin ich,
ich hab das Recht verloren, es wurde mir aberkannt,
und wäre ich klug, hätte ich gewisse Papiere schon lange verbrannt.
Jeden Tag sitze ich alleine rum, meine Augen feucht und meine Hände zittern,
ich will den Kopf zwischen zwei Pflastersteine legen und drücken, bis die Knochen splittern,
mit dem Vorschlaghammer darauf einschlagen, um den Schmerz zu übertönen
und mir Löcher in die Lippen beißen, denn ich kann mich nicht daran gewöhnen,
nichts mehr zu haben, was mich zum Überstehen der Woche motiviert,
warum hab ich an ein Ideal geglaubt, und prompt ist es mir so passiert,
drei Wochen vor Ende warst du mit mir zu allem bereit, und jetzt,
bin ich für dich nichts mehr als für eine Rolle gesetzt,
aus heiterem Himmel sagtest du mir, dass es vorbei war,
und ich konnte nicht antworten, weil ich starr wie ein Stein war.
Was ich denken würde, wolltest du wissen,
nun, ich hoffte, es sei nur ein Alptraum, aber alles war wirklich zerrissen,
aber ich konnte zu dem Zeitpunkt nichts über die Lippen bringen,
das nicht, und nichts von all den anderen Dingen,
die mir durch den Kopf gingen, und ich verspielte die eine Gelegenheit,
bei der du zugehört hättest, diese halbe Stunde Zeit,
danach schien für dich bald darauf alles locker zu sein,
alles ganz easy, aber ich bin innen am Schreien,
emotionaler Schmerz ist bis auf die körperliche Ebene vorgerückt,
jeder Gedanke ist eine Hand, die meine Eingeweide nimmt und zudrückt,
dann wird gezogen, und einmal halbherum gedreht,
bis ich mich krümme, und denke, dass es nicht mehr geht.
Ich sitze alleine mit finsterem Gesicht,
haltet euch fern von mir, beachtet mich nicht,
ich WILL alleine sein, also lasst mich in ruh,
erzählt ihr mir was, zuck ich die Schultern dazu,
es liegt nicht an euch, sondern an meiner Melancholie,
und an der etwas ändern wird sich vermutlich nie,
Spuren im Sand, Spuren im Schnee,
und Spuren auf meinem Lebensweg,
ich weiß, ich bin nicht der erste, der sowas sagt,
aber deine Gestalt hat das Loch, das ich im Herzen trag,
und aus dem Loch blute ich langsam aus,
ich werd dünner, bleicher und verlass nicht das Haus,
ich verlasse nicht meinen symbolischen Keller,
dort wär ich jetzt gern, unterm Dach ist es heller,
aber hau ab, Sonne, ich will dich nicht sehen,
sondern in meinen alten Kerker runtergehen,
mich dort einschließen, und den Schlüssel wegwerfen,
damit mich da unten endlich keine Leute mehr nerven,
ich schließ die Augen, denn ich sehe nichts sehenswertes,
nur die gebrochene Achse, die an meinem Gefährt ist,
denn ich bin antriebslos geworden, was sollte ich denn auch noch tun,
wenn alles keinen Sinn hat, kann man auch ausruhn.
Ich halte vier Finger in einen Wasserfall aus Blut,
vier Torbögen und drei Säulen sieht man im Roten gut,
und nehm ich die Hand weg, brechen sie zusammen,
genauso wie meine Hoffnungen, die mit dir von mir gangen.
Ich will meine eigenen Arme aufbeißen,
sie mit Spitzen durchbohren und meine Haare ausreißen,
denn nichts kann zurückholen, was ich verlor,
und wenn ich dir noch was sagen wollte, schenkst du mir nicht dein Ohr,
was hältst du davon, ich mach es wie VanGogh,
und schneid mir mein eigenes ab, ja, das ginge doch,
was hältst du davon, wenn ich es dir schenke,
in einem Briefumschlag, mit einer Notiz, dass ich ewig an dich denke?
Nein? Für einen Moment hielt ich es für eine gute Idee,
und solche Momente kommen, immer, wenn ich dich seh,
und ich seh dich öfter, weil ich Idiot dachte, ich wär stark,
dachte, es würde schon gehen, weil ich meine Rolle doch mag,
und ich kann dir ja auch niemals böse sein -
wie könnte ich? ich bin ja nicht wegen deiner bösen Absicht allein,
sondern einfach, weil Verliebtheit auch mal ein Ende hat,
und dein Herz die deinige beendet hat,
fertig aus, Programm und Task beenden,
runterfahren, format c: und an Microsoft keine Nachricht senden,
es gab keinen Streit, es war einfach von dir aus vorbei,
für mich wars schrecklich, und noch die beste Art dabei,
jemand zu verlassen, ohne dass sich die zwei dann hassen,
aber erzähl das mal mir, ich kanns trotzdem nicht fassen.
Dein Name ist zu beliebt; er sticht überall raus,
ich erinner mich täglich an Stunden bei dir zuhaus,
manche mit und manche ohne Licht,
an deinen Duft und an dein Gesicht.
Gleichzeitig brauche ich die Erinnerungen und vergehe daran,
weil ich nicht rational nachdenken kann,
Wo hat dieses Leben nur seinen Sinn?
Wer kann mir sagen, wer er ist, und wer ich bin?
Wozu schickt man uns in die Welt hinaus?
Und wie komme ich aus meinem Loch wieder raus...

14.3.09 13:20

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