Away-Message VIII

Klinker, Beton und Zigarettenkippen,
Graffitti, Bier und angepisste Jugendliche,
Sprache schleppend, Atem dampft unterm Dach vom Busbahnhof,
Reste von Aufklebern finden Musik gut und Nazis doof,
Brandnarben auf Plexiglas vom Infokasten,
vor dem müde Umsteiger auf Alubänken rasten.
Denk an Absteigen in Mittelgroßstadtästhetik,
Um- und Aussteigen, C mit O und Teer umwehn mich
von Menschen, die dicke Jacken und Löcher in den Hosen tragen,
Kabel in den Ohrn, Gesicht erhellt von weißen Lichtquadraten.
Frag mich, wo die vielen Flecken auf dem Pflaster herkommen,
niedergeschlagene Kaugummis vielleicht in Trauer zerronnen.
Ich wollte Bier, bis ichs an anderen gerochen hab,
und keine Gesellschaft, bis ich sie bekommen hab.
"Ey weissu, ich kanns nichsogut verstehen,
aber die blöde Zeit will nich absolut vergehen."
Weil mein Kalender sagt, dass was 3 Wochen her ist,
aber ich ganz sicher weiß, dass das verkehrt ist,
Verehrtes T! Es sind an die sieben,
relativ. Wo sind die stolzen Zeiger geblieben?
(I wanna see it painted!)
Und wo die Spiegel, in die ich so gern sah,
die immer andre Farben hatten? Sags mir noch einmal.
Sags mir noch zweimal, ich mag vielleicht den Liedtext nicht,
doch um den Kassettenrecorder trauere ich.
War schön. Ich würde sogar sagen, einzigartig.
Wie guter Urlaub warm, kräftigend und sogar spaßig.
- Nein, ich darf nicht. Oder ich sollte nicht.
Mein ich müsste, wenn ich würde, doch wollte nicht.
So trollte sich, die gute Fee, und ließ nur ein gelocktes Haar
zurück, das beim Hinsehen nicht mal real existent war.
Zurück vor Ort manifestieren sich gerade
geschriebene Sätze in Dampf weißer Farbe,
füllen und verhindern die luftige Narbe,
und zum Licht wandert wieder der Barde.

11.12.16 16:53

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